Bertelsmann-Stiftung: Es gibt keine KostenexplosionTrotz steigender Beiträge kann von einer Kosten-explosion im Gesundheitswesen keine Rede sein.Seit zehn Jahren liegt der Anteil der Ausgaben der Krankenkassen am Bruttoinlandsprodukt bei rund sieben Prozent. Darauf hat jetzt die Bertelsmann Stiftung in ihrem neuen Gesundheitsmonitor hinge-wiesen. Nach den Ergebnissen des Gesundheitsmonitors vermuten 38 Prozent der Bundesbürger den medizinisch technischen Fortschritt in Verbindung mit längerer Lebenserwartung als Ursache hinter der angeblichen Kostenexplosion. Fast jeder Fünfte sieht die Begründung in zu hohen Einnahmen von Ärzten und Kliniken. Richtig sei jedoch, so die Bertelsmann Stiftung, dass die steigenden Kosten im Alter weniger mit Lebensjahren als mit der Nähe zum Tod zu tun haben. Und auch die Ausgaben für die ambulante ärztliche Versorgung seien nicht etwa gestiegen, sondern lägen seit langer Zeit zwischen 17 und 18 Prozent der Kassenausgaben. Zu den Mythen im Gesundheitswesen gehöre auch der Glaube, dass die Verwaltungskosten der Krankenkassen Hauptursache der „Kostenexplosion“ seien. Tatsächlich lägen die Kosten seit Jahrzehnten bei moderaten fünf bis sechs Prozent, teilte die Bertelsmann Stiftung mit. Für den Gesundheitsmonitor wurden knapp 1 800 Bundesbürger schriftlich befragt. |