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Hormongabe bei IVF hinterlässt Spuren an den Ovarien

Hormongaben vor einer künstlichen Befruchtung können einer Studie zufolge das Risiko für Eierstocktumore erhöhen. Die Stimulation der Ovarien, wie sie vor künstlichen Befruchtungen stattfindet, steigere insbesondere das Risiko für sogenannte Borderline-Tumore. Das berichten Wissenschaftler vom Netherland Cancer Institute in Amsterdam im Journal „Human Reproduction“.

Dass die In-vitro-Fertilisation (IVF) Folgen für die Gesundheit haben kann, hatten Spezialisten schon länger vermutet. Die Studie von Flora van Leeuwen und ihrem Team gibt jetzt Hinweise, dass die Hormone tatsächlich Spuren hinterlassen.

Die Untersuchung erfasste 19.146 Frauen, die zwischen 1983 und 1995 mit Hormonen behandelt wurden, um Eizellen für die künstliche Befruchtung zu gewinnen. Weitere 6.006 Frauen der Kontrollgruppe hatten zwar auch eine verminderte Fruchtbarkeit, erhielten aber keine IVF-vorbereitende Behandlung.

„Es ist nicht von der Hand zu weisen, dass da etwas dran ist“, sagte der Experte für Reproduktionsmedizin, Professor Michael Ludwig aus Hamburg, über die Studie. Fakt sei jedoch, dass das absolute Risiko an gut- oder bösartigen Eierstocktumoren zu erkranken, insgesamt sehr gering sei. Wie die Wissenschaftler in ihrer Studie schätzen, steige es beispielsweise bei 55 Jahre alten Patientinnen, die einmal eine IVF-Therapie hatten, im Vergleich zu Frauen ohne IVF von 0,45 auf 0,71 Prozent.

Insgesamt traten nach knapp 15 Jahren bei 77 der teilnehmenden Frauen Tumore an den Ovarien auf. 61 von ihnen hatten sich einer IVF-Therapie unterzogen. 16 stammten aus der Kontrollgruppe. Von den Frauen, die erkrankten, litten 42 an einer bösartigen Krebsform, 35 waren von Borderline-Tumoren betroffen.

Die niederländischen Ärzte betonen, dass größere Studien nötig seien, um die Ergebnisse zu untermauern. Zudem weisen sie ausdrücklich darauf hin, dass ihre Studie die Folgen der Hormone (Gonadotrophine) und der IVF-Therapie bis 1995 betrachtet - also vor Einführung milderer Verfahren zur Stimulation der Eireifung.