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Wo werden Hormone gebildet und wie werden sie gesteuert?

Die Hormone werden in den endokrinen Drüsen

  • Stammhirn = Hypothalamus
  • Hirnanhangsdrüse = Hypophyse
  • Schilddrüse = Thyroidea
  • Nebenschilddrüse = Parathyreoidea
  • Bauchspeicheldrüse = Pankreas
  • Hoden = Testis
  • Eierstöcke = Ovarien
  • Nebenniere = Glandula suprarenalis
  • Und verschiedenen auch endokrin aktiven Organen wie
  • Niere, Herz, Fettzelle, Gehirn
gebildet.

Von dort gelangen sie über die Blutbahn zu ihren Zielorganen/Zellen. Viele Hormone werden im Blut an ein Transport- oder Depot-Eiweiß gebunden. Es verhindert den raschen Abbau oder eine Inaktivierung und dient zugleich als Speicherungsmöglichkeit. So werden die Schilddrüsen-, Nebennieren- und Sexualhormone an ein spezielles Eiweiß (bindendes Globulin = BG) gebunden z B. Thyroxin (TBG), Cortisol (CBG) und Sexualhormon-bindendes Globulin (SHBG). Wichtig dabei ist, dass die Konzentration der Bindungs-Eiweiße sich unter dem Einfluss von Östrogenen (z.B. Pille !) verändern und damit die Hormon-Bestimmung beeinflussen können.
Die Schilddrüsenhormone haben eine sehr lange Wirkungszeit von ca. 8 Tagen bis die Hälfte abgebaut ist (die sog. Halbwertszeit). Grund dafür ist die konstante und langfristige Bindung an das Transporteiweiß und die notwendige langfristige Wirkung der Schilddrüsenhormone auf den Stoffwechsel. Im Gegensatz dazu sind die nur kurz wirksamen Blutdruckhormone der Nebenniere (Katecholamine) durch eine rasche aber nur sehr kurze Wirkung gekennzeichnet. Sie werden sehr schnell abgebaut.
Die Nebenniere produziert hauptsächlich Cortisol als wichtigstes Stresshormon, außerdem Aldosteron, das Hormon, das mit Renin (aus der Niere) den Blutdruck steuert sowie männlich wirksame Hormone (Androgene). Diese Androgene (DHEA, Androstendion, Hydroxyprogesteron) sind die Vorläufer für die Produktion von Testosteron bzw. Östrogenen durch den Hoden oder Eierstock.

Die meisten Hormone werden über ein sog. Rückkopplungssystem gesteuert. Die zentral steuernde Hirnanhangsdrüse (Hypophyse) und der Hypothalamus messen die Hormonspiegel der anderen Drüsen im Blut und stimulieren oder hemmen. Davon abhängig ist mit Hilfe der Regulationshormone (Releasing- oder Inhibiting-Hormone, z. B. für Wachstumshormon, Prolaktin, Gonadotropine LH/FSH) die Hormonausschüttung der einzelnen Drüsen wie Schilddrüse, Nebennieren, Eierstöcke oder Hoden.
Diese Regulationssysteme unterliegen selbst den übergeordneten biologischen Rhythmen, wie dem Tag-Nacht-Rhythmus. Das sog. Tag-Nacht-Hormon Melatonin (aus der Zirbeldrüse im Gehirn) steigt mit Beginn der Nacht an. Dies löst einen Anstieg von Wachstumshormon, den Sexualhormonen und Cortisol aus. Die nächtlichen Wachstumshormonanstiege korrelieren mit den Schlafphasen, die Gonadotropinanstiege mit dem Monatsrhythmus der Frau (über 4 Wochen ablaufender Hormonzyklus mit Eisprung zur Zyklusmitte und Monatsblutung nach 4 Wochen).
Diese biologischen Rhythmen können wiederum durch Einflüsse der Hirnrinde oder auch durch Umweltbedingungen verändert werden. So kommt es durch die Zeitverschiebung bei Intercontinentalflügen zur Störung des Tag-Nacht Rhythmus, der sich aber nach wenigen Tagen wieder anpasst.
Die Steuerung der Hormonausschüttung durch den Stoffwechsel wird am Beispiel der Insulinausschüttung durch den Zuckeranstieg im Blut dargestellt. Die BZ-Einstellung beim Gesunden erfolgt in einem sehr engen Bereich zwischen 70mg% und 90mg%, egal wie viel Zucker gegessen wird. Bei Diabetikern dürfte die schädigende Wirkung erhöhter Blutzuckerwerte der Grund sein, weshalb es zu den Veränderungen an den Gefäßen, zu den Schäden an Augen, Herz, Nieren, Gehirn und Füssen kommt.

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