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Wer ist ein Hormonspezialist (Endokrinologe) und was umfasst dieses Fachgebiet?

Als Hormonspezialisten bezeichnet man den Facharzt, der sich auf die Behandlung von Hormonerkrankungen und Stoffwechselstörungen spezialisiert hat: der Endokrinologe (Endokrinologie = Lehre von der Freisetzung und Wirkung der Hormone im Körper, d. h. Hormon- und Stoffwechselkrankheiten). Diesen Fachtitel erlangen Fachärzte durch eine dreijährige Ausbildung zusätzlich zur fünfjährigen Ausbildung zum Facharztes für Innere Medizin, Kinder- oder Frauenheilkunde. Die Diabetologie (Dia-betes = Harn-ruhr) ist ein Teilgebiet der Endokrinologie, kann aber auch als Zusatzbezeichnung erworben werden (Diabetologe).
Fachärzte für Endokrinologie und Diabetologie sind im Bereich der niedergelassenen Ärzte überwiegend in sog. Schwerpunktpraxen tätig. Für die Versorgung der diabetischen Patienten wurden im Rahmen der Diabetes-Behandlungsprogramme (Strukturverträge, Disease Management Programme/DMP`s) jetzt auch diabetologisch spezialisierte Hausärzte in ein Versorgungsnetz integriert, das vom Hausarzt über die Schwerpunktpraxen bis zu den Diabeteszentren an Kliniken reicht. Damit wurden die strukturellen Voraussetzungen für eine qualifizierte, qualitätskontrollierte und verbesserte Versorgung geschaffen.
Neben dem DMP-Diabetes sind auch für Brustkrebs, Asthma, koronare Herzerkrankung DMP`s geschaffen worden und sollen die Versorgung verbessern, aber auch Kosten sparen.

Das Fachgebiet der Endokrinologie umfasst die hormonell bedingten Krankheiten. Darunter beispielsweise die Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus) als eine der häufigsten Volkskrankheiten.
Daneben die Schilddrüsenkrankheiten (z. B. Kropf), Fettstoffwechsel- (z. B. Hypercholesterinämie) und Knochenstoffwechsel-Störungen (z. B. Osteoporose) sowie Hochdruck (Hypertonie). Neben diesen häufigen und in Bezug auf die zunehmende Häufigkeit der sog. Zivilisationskrankheiten auch gesundheitspolitisch wichtigen Erkrankungen, sind die Störungen der Geschlechtshormone zwar seltener, haben aber in Bezug auf hormonelle Probleme bei unerfülltem Kinderwunsch (Hormontherapie), Menstruationsstörungen und Hormonmangel (Wechselprobleme bei der Frau wie beim Mann) eine zunehmende Bedeutung.
Neben diesen häufigen Krankheitsbildern sind die Erkrankungen der Hypophyse, der Nebennieren und die speziellen Stoffwechselerkrankungen weit seltener und häufig schwieriger zu diagnostizieren. Das Beschwerdebild kann hier sehr versteckt oder in nur wenigen Symptomen ausgeprägt sein, so dass der Endokrinologe aus den Hinweisen der Krankheitsgeschichte, den Vorbefunden und den körperlichen wie den Labor-Untersuchungen die Diagnose erarbeiten muss. Dazu ist neben einer langjährigen Erfahrung ein hohes und aktuelles Fachwissen erforderlich. Denn nicht die alleinige Bestimmung und Interpretation von Hormonwerten durch das Labor führt zur richtigen Diagnose, sondern nur die gesamte Beurteilung des Patienten und der Befunde in den Händen eines dafür spezialisierten Arztes.
So kann sich hinter Schilddrüsenknoten eine Form des familiär vererbten Schilddrüsen-Karzinoms verbergen, das wiederum mit Erkrankungen der Nebenniere, Bauchspeicheldrüse, Nebenschilddrüse und Hypophyse verbunden sein kann. Bei positivem Nachweis des dafür spezifischen Gens muss die gesamte Familie des Patienten untersucht werden. Im Falle eines positiven Gen-Nachweises muss auch bei Kindern die Schilddrüse entfernt werden, bevor sich ein Schilddrüsen-Karzinom entwickeln kann. Nur so kann eine sonst unausweichliche Krebserkrankung vermieden werden. Die genetische Diagnostik hat jetzt in der Endokrinologie eine zunehmende Bedeutung. Die Möglichkeiten einer genetischen Therapie sind bisher noch gering, dürften aber in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Zusätzlich umfasst das Fachgebiet der Endokrinologie auch die Tumorerkrankungen der \Hormondrüsen sowie die hormonabhängigen Tumorerkrankungen (Brust-, Prostata-, Eierstock- und Hodenkrebs).

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