Dramatischer Nachwuchsmangel bei den ÄrztenMehr als 41.000 Ärzte werden in den kommenden fünf Jahren in den Ruhestand gehen, darunter allein über 18.000 Fachärzte.Auf der anderen Seite gibt es nicht genügend ärztlichen Nachwuchs um die Lücken zu füllen. Die Folge: In den nächsten Jahren kommt es zu einem teilweise dramatischen Ärztemangel. Das zeigt die 4. aktualisierte „Studie zur Altersstruktur- und Arztzahlentwicklung“ der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und der Bundesärztekammer. Besonders betroffen sind ländliche Gebiete selbst in den alten Bundesländern sowie Krankenhäuser in den neuen Bundesländern. Dort kann die Versorgung bereits jetzt nur noch mit ausländischen Ärzten aufrechterhalten werden. Der Anteil junger Ärzte sinkt seit Jahren. Derzeit sind nur noch etwa 16 Prozent der berufstätigen Ärzte jünger als 35 Jahre. Zum Vergleich: Vor zehn Jahren war nahezu jeder vierte Arzt unter 35 Jahre alt. Auch die Zahl der Medizinstudenten ist seit Jahren stark rückläufig. Im vergange-nen Jahr haben nur noch 8.700 Mediziner ihr Studium abgeschlossen. Das war der niedrigste Stand seit über zwölf Jahren. Viele Absolventen gehen ins Ausland, andere wollen nach dem Studium nicht als Arzt tätig sein. Schon jetzt sind nachweislich knapp 16.000 deutsche Ärzte im Ausland tätig. „Viele dieser jungen Leute wollen nicht mehr 60- oder gar 80-Stunden-Dienste in der Woche schieben, um sich dann auch noch die Qualität ihrer Arbeit von der Politik miesmachen zu lassen“, kommentierte der Präsident der Bundesärztekammer, Professor Jörg-Dietrich Hoppe, die prekäre Lage. Auch der Vorstandsvorsitzende der KBV, Dr. Andreas Köhler, forderte bessere Rahmenbedingungen, „damit junge, gut ausgebildete Ärztinnen und Ärzte in die Patientenversorgung gehen und dort auch bleiben. Dazu brauchen wir attraktive Arbeitsbedingungen, weniger Bürokratie und eine leistungsgerechte Bezahlung ärztlicher Arbeit“, verlangte der KBV-Chef. |




