FÜR SIE GELESENMütterliche Stammzellen gegen DiabetesErsatz für Insulin produzierende ZellenMütterliche Stammzellen, die während der Schwangerschaft über das Blut in den Körper des Kindes gelangen, können sich dort in funktionierende, Insulin produzierende Zellen verwandeln. Das haben Forscher um Lee Nelson vom Fred Hutchinson Cancer Research Center in Seattle im US-Bundesstaat Washington herausgefunden. Wie sie in der Fachzeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) schreiben, ist die Menge mütterlichen Erbguts im Blut von Kindern und jungen Erwachsenen, die an Diabetes vom Typ 1 leiden, zudem größer als im Blut gesunder Vergleichspersonen. Bei Typ-1-Diabetes zerstört das Immunsystem die Insulin produzierenden Beta-Zellen in der Bauchspeicheldrüse. Den Betroffenen mangelt es dadurch an dem Hormon, dessen Aufgabe es ist, den Blutzucker zu senken. Das Team um Nelson vermutet, dass in solchen Fällen Stammzellen der Mutter gezielt in den Körper des Ungeborenen einwandern, um dort fehlende Beta-Zellen zu ersetzen. Die Forscher untersuchten das Blut von 172 Probanden, von denen 94 an Typ-1-Diabetes litten. 54 Teilnehmer waren gesunde Geschwister, die restlichen 24 waren gesund und mit den Patienten nicht verwandt. Außerdem suchte das Team bei vier Jungen in Gewebeproben der Bauchspeicheldrüse nach funktionierenden Beta-Zellen, die nachweislich von der Mutter stammen. "Eigentlich wollten wir herausfinden, ob Typ-1-Diabetes auch dadurch entsteht, dass sich zu viele mütterliche Zellen im Körper des Ungeborenen in Beta-Zellen verwandeln - und diese dann später, vom Abwehrsystem attackiert werden", berichtet Nelson. Die Forscher fanden jedoch keinerlei Hinweise darauf, dass die Kinder die Zellen der Mutter abstoßen. Das Team um Nelson hofft daher, junge Patienten mit Typ-1-Diabetes künftig mit gezielten Transplantationen von Stammzellen aus mütterlichem Blut heilen zu können. Diese Vorgehensweise hätte den Vorteil, dass die Patienten anders als bei einer gewöhnlichen Stammzelltherapie keine Medikamente einnehmen müssten, die ihr Immunsystem unterdrücken. (bro.) PNAS, Online-Ausgabe Berliner Zeitung, 23.01.2007 |
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