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Eklatanter Vitamin-D-Mangel in Altersheimen

Supplementation für alle gefordert

Eine Osteoporose ist bereits beim Eintritt in Alten- oder Pflegeheime ein Problem. Nach der Untersuchung von rund 1.500 Menschen in 95 österreichischen Einrichtungen besteht bei diesen Personen ein eklatanter Vitamin-D-Mangel: Nur 10% weisen Normwerte auf.

Eine Studie in Heidelberg ergab nur bei einem von 40 Altenheim-Bewohnern messbare Vitamin-D-Spiegel.
Menschen in diesen Einrichtungen sollten unbedingt Kalzium, Vitamin D und möglichst auch eine Lichttherapie bekommen. Die Supplementierung ist dringend anzuraten vor Beginn einer antiresorptiven Therapie aufgrund Frakturen in der Anamnese, erklärte Professor Harald Dobnig aus Graz. Bei hohem Sturzrisiko ist für den Kliniker eine Prophylaxe mit Hüftprotektoren angebracht, denn Bewohner von Alters- und Pflegeheimen weisen absolut gesehen das höchste Frakturrisiko auf - bei jedem Siebten findet sich bereits eine Hüftfraktur in der Anamnese.

Osteoporose bereits ein Problem bei Eintritt in die Heime

In rund der Hälfte der Fälle wurden nicht-vertebrale Frakturen, bei jedem siebten Heimbewohner Schenkelhalsbrüche in der Anamnese erhoben. Hier fand sich signifikant häufiger eine Medikation mit Glukokortikoiden.
Selbst wenn eine Substitution mit Kalzium und Vitamin D erfolgte, zeigte der Vergleich von Kalzium- und Knochenstoffwechsel zwar eine Verbesserung bei den 101 Fällen gegenüber den 892 Personen ohne Substitution. Die Vitamin-D-Werte lagen jedoch trotzdem mit 19,5 ng/ml erheblich unter der Norm, erklärte Dobnig. „Wir müssen mit höheren Dosen supplementieren, wahrscheinlich sind 2.000 Einheiten täglich notwendig, um Spiegel von 30 ng/ml zu erreichen.“ Um den Serumspiegel von 25-Hydroxy-Vitamin D auf 20 ng/ml zu bringen, so rechnete er vor, sind 1.000 IE notwendig, für die Anhebung auf 30 ng/ml weitere 1.000 IE Vitamin D3.
Dass es sich nicht spezifisch österreichisches Problem handelt, hat ein Kongressteilnehmer aus Heidelberg bestätigt. Bei Vitamin-D-Messungen im Februar erlebten die Wissenschaftler eine böse Überraschung: Nur bei einem von 40 Bewohnern eines Altersheims der Neckarstadt fanden sich messbare Vitamin-D-Spiegel, beim Rest lagen die Werte unter der Nachweisgrenze.
Bei gehfähigen Altersheimbewohnern sind Hüftprotektoren geeignet, Hüftfrakturen vorzubeugen – eine Studie weist dabei eine Reduktion des Risikos von 4,6 auf 2,1 Fälle pro 100 Patientenjahre aus. Zu bedenken ist laut Dobnig allerdings, dass die Compliance im Lauf der Zeit sinkt und den Effekt schmälert.
Wenn vor der Normalisierung des Kalziumstoffwechsels eine Hyperkalzämie ausgeschlossen wird, plädierte Dobnig dafür, alle Heimbewohner zu supplementieren. Aus wissenschaftlicher Sicht existieren gute Daten dafür, dass dadurch die Muskelkraft gestärkt wird, was das Sturzrisiko vermindert und so Frakturen reduziert. Sind bereits Knochenbrüche eingetreten, sollten Bisphosphonate einmal wöchentlich parenteral appliziert werden.

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