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30.04.2007
29.04.2007 - 19:26 Uhr, FÜR SIE

Gesundheits-Check per Gentest ist nur selten sinnvoll

Hamburg (ots) - Ob Krebs-, Osteoporose- oder Thrombose-Risiko -
immer mehr Labors in Deutschland bieten Gentests für den
individuellen Gesundheits-Check an.
Die Aussagekraft solcher Tests
ist in vielen Fällen allerdings gering, wie die Frauenzeitschrift FÜR
SIE in ihrer jüngsten Ausgabe (10/2007) berichtet.
Tatsächlich beruhen nur einige seltene Erbkrankheiten auf dem Defekt
eines einzelnen Gens. Bei den meisten Erkrankungen aber sind mehrere
Gene verändert, deren Zusammenspiel noch unerforscht ist. Bei
Volksleiden wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs oder Thrombose
spielen zudem Umweltbedingungen und Lebensstil eine größere Rolle als
die Veranlagung. So sind 90 bis 95 Prozent aller Krebserkrankungen
nicht erblich, können von einem Test also gar nicht erfasst werden.

Sinnvoll ist ein Gentest allerdings, wenn er zur Früherkennung
beiträgt und eine entsprechende Therapie die Folgen mindern kann.
Dies gilt beispielsweise für die Eisenspeicherkrankheit
Hämochromatose oder für bestimmte Formen von Brust-, Darm- oder
Schilddrüsenkrebs. Darüber hinaus können entsprechende Tests helfen,
die Art eines Tumors oder die individuell optimale Medikation zu
bestimmen.

Vor einem Gentest sollte grundsätzlich immer eine ausführliche
Beratung erfolgen. Abzuraten ist daher von Tests aus dem Internet,
bei denen es sich meist um Geldschneiderei handelt. Betroffene
sollten sich stattdessen lieber an eine Uniklinik mit genetischer
Beratungsstelle wenden. Wird der Test im Rahmen einer Diagnose oder
Therapie durchgeführt wird, übernimmt in der Regel die Kasse die
Kosten.

Rückfragen bitte an:
Kerstin Bode
Redaktion FÜR SIE
Ressortleiterin Report
Fax 040/2717-2090
E-Mail: kerstin.bode@fuer-sie.de